Wer im Sommer 2026 noch Exchange Server 2016 oder 2019 im eigenen Haus betreibt, steht an einem Punkt, an dem Zuwarten keine neutrale Option mehr ist. Microsoft hat den regulären Support für beide Versionen am 14. Oktober 2025 eingestellt. Über ein optionales Extended-Security-Update-Programm liessen sich kritische Sicherheitslücken noch bis zum 14. April 2026 schliessen, dieses Fenster ist inzwischen ebenfalls abgelaufen. Wer seither nichts unternommen hat, betreibt seinen Mailserver faktisch vollständig ungepatcht.
Die betroffenen Server laufen technisch weiter, das hat Microsoft von Anfang an klargestellt. Was fehlt, sind Sicherheitsupdates für neu entdeckte Schwachstellen, technischer Support und Zeitzonen-Updates. Für ein System, das typischerweise mit dem offenen Internet verbunden ist und sensible Kommunikation verarbeitet, ist das ein wachsendes Risiko, das mit jedem Monat ohne Patch grösser wird.
Der Umzug in ein gehostetes Microsoft-365- oder Exchange-Online-Abonnement verlagert Patchmanagement und Betriebssicherheit vollständig zum Anbieter. Für die meisten KMU ist das der pragmatischste Weg, verbunden mit einer sauberen Postfach- und Archivmigration.
Wer aus regulatorischen oder betrieblichen Gründen beim on-premises-Betrieb bleiben will oder muss, kann von Exchange 2019 direkt auf die neue Exchange Server Subscription Edition (SE) aktualisieren, technisch vergleichbar mit der Installation eines regulären Updates. Aus Exchange 2016 führt der Weg über ein sogenanntes Side-by-Side-Upgrade. Beide Pfade halten den Betrieb im eigenen Haus, jetzt aber wieder mit aktivem Herstellersupport.
Ein Hybrid-Modell erlaubt es, Postfächer schrittweise zwischen on-premises und Exchange Online zu verschieben, etwa um regulatorisch besonders sensible Postfächer lokal zu behalten und den Rest in die Cloud zu verlagern. Das ist technisch anspruchsvoller, bietet aber die grösste Flexibilität während einer längeren Übergangsphase.
Die Wahl hängt weniger von der Unternehmensgrösse ab als von zwei Fragen: Gibt es einen belastbaren regulatorischen oder vertraglichen Grund, E-Mail-Daten zwingend on-premises zu halten? Und wie viel Kapazität hat die eigene IT für eine mehrwöchige Migration? Unabhängig vom gewählten Weg gehört eine saubere, revDSG-konforme E-Mail-Archivierung von Anfang an mit ins Migrationskonzept, nicht als nachträglicher Schritt.
Technisch ja, aber ohne Sicherheitsupdates steigt das Risiko mit jedem Monat spürbar.
Die neue Subscription Edition als Nachfolger für den on-premises-Betrieb, upgradebar direkt aus Exchange 2019.
Ja, für einen schrittweisen Übergang oder wenn einzelne Postfächer aus regulatorischen Gründen lokal bleiben müssen.